Die Chrischona-Geschichte von 1840 bis heute

Chrischona will Menschen von Jesus erzählen

Wenn wir dafür sorgen, dass Heiden Christen werden, dann müssen wir auch darauf bedacht sein, dass Christen keine Heiden werden.» So formulierte Christian Friedrich Spittler (1782-1867) den Leitgedanken der Pilgermission St. Chrischona. Dieses Ziel ist seit mehr als 175 Jahren bis heute geblieben. Auch unter neuem Namen will Chrischona International Menschen von Jesus erzählen und Christen dabei unterstützen, ihm nachzufolgen.
So lautet Chrischonas Auftrag:
Jesus erleben.
Menschen fördern.
Dem Nächsten dienen.

Christian Friedrich Spittler gründete die Pilgermission St. Chrischona 1840.

Spittler und seine Pilgermissionare

Der 8. März 1840 ist das Gründungsdatum der Pilgermission St. Chrischona. An diesem Sonntag weihte Öffnet externen Link in neuem Fenster Spittler die damals baufällige Kirche St. Chrischona neu. Er wollte junge Handwerker im christlichen Glauben schulen. Anschliessend sollten sie als «Pilgermissionare» in die Welt ziehen und das Evangelium von Jesus Christus erzählen. Für ihre Ausbildung mietete er im Jahr 1840 vom Kanton Basel-Stadt die Kirche St. Chrischona auf dem Basler Hausberg, renovierte sie und begann mit dem Unterricht. Aus den kleinen, bescheidenen Anfängen wuchs eine blühende, theologische Ausbildungsstätte. In rund 175 Jahren haben mehr als 3.900 Männer und seit 1909 auch rund 2.500 Frauen eine biblisch begründete Ausbildung am Öffnet externen Link in neuem Fenster Theologischen Seminar St. Chrischona abgeschlossen.

Chrischona-Gemeinden in Deutschland und Frankreich

Auch in Deutschland kam es zu Gründungen von Evangelischen Gemeinschaften, die erste 1878 in Lich bei Gießen. Bis 2012 folgten ihr mehr als 60 weitere Stadtmissionen und Gemeinschaften. Sie bilden das Öffnet externen Link in neuem FensterChrischona Gemeinschaftswerk Deutschland (CGW), das Mitglied des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes ist, dem Dachverband der Landeskirchlichen Gemeinschaftsverbände. Die Chrischona-Gemeinschaften in Deutschland sind als Landeskirchliche Gemeinschaften innerhalb der Evangelischen Kirche tätig. Im Jahr 1913 weitete sich die Gemeindearbeit der Pilgermission St. Chrischona auf das Elsass aus. Heute sind im französischen Gemeindeverband Öffnet externen Link in neuem Fenster Perspectives 20 französische Chrischona-Gemeinden im Elsass, Jura und in der Vendée integriert.

Gemeindegründungen spielten in der Geschichte der Pilgermission St. Chrischona eine grosse Rolle, wie hier in Wissembourg.

Chrischona im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert brachten die Weltkriege und politische Krisen auch für die Pilgermission St. Chrischona schwierige Bewährungsphasen mit sich, darunter die Jahre des sogenannten «Dritten Reiches». 1933-45 erlebten besonders die Chrischona-Gemeinden und Chrischona-Mitglieder in Deutschland als Zeit der Versuchung. In Einzelfällen mussten sie Verfolgung erdulden. Von Vertreibung betroffen war die ehemals blühende Gemeindearbeit in Ost- und Westpreußen. Mit den Zielen der Bekennenden Kirche konnte sich die Pilgermission St. Chrischona gut identifizieren – auch wenn sie keine direkte Verbindung zur Bekennenden Kirche suchte, sondern in erster Linie bestrebt war, Gemeinschaftsarbeit und Evangelisation trotz aller Widerstände weiterzuführen. Durch Gottes Gnade konnte das Werk aufrecht erhalten und ausgebaut werden. Bereits 1925 wurde das Öffnet externen Link in neuem Fenster Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona gegründet. Zeitweise lebten dort über 400 Diakonissen. Sie verstehen sich bis heute als eine Grossfamilie und nehmen ihren Auftrag in der Alten- und Krankenpflege, in Hauswirtschaftsschulen sowie in einer Altenpflegeschule wahr.

Das Konferenzzentrum (links) auf dem Chrischona-Campus wurde am 10. Mai 1992 feierlich eingeweiht.