Fleissige Helfer für notleidende Menschen

Ein Bericht von Mirjam Menzi aus der Lokalzeitung Opens external link in new window «Der Tößthaler»

Am letzten Samstag sammelte die reformierte Kirche und die Chrischona Wila unter dem Titel «Aktion Weihnachtspäckli» Gaben für die Ärmsten in Europa. «Der Tößthaler» hat die freiwilligen Helfer auf dem Vorplatz des Volgs besucht.

Die Kirchenpflegerin Tamara Jud steht vor dem Eingang und informiert die Wilemer über die Spendensammlung. Wer möchte, erhält eine Einkaufsliste, auf der benötigte Waren aufgeführt sind. So kann jeder selber entscheiden, was und wie viel er beitragen möchte. Für Jud bietet die Aktion Weihnachtspäckli die Möglichkeit, konkret zu helfen. «Wir alle fühlen uns beinahe ohnmächtig angesichts der Not in vielen Ländern der Welt. Wir arbeiten mit ‹Licht im Osten› für eine Organisation, der man vertrauen kann.»

Hilfe aus Überzeugung
Bereits seit vier Jahren findet die Aktion jeweils vor der Weihnachtszeit statt. Initiiert hat den mittlerweile traditionellen Anlass die Chrischona, und schon im zweiten Jahr schloss sich die reformierte Kirche an. Zusammen sammeln sie Grundnahrungsmittel wie Reis, Zucker und Mehl sowie Hygieneartikel und Schreibutensilien. «Wir haben uns mit dem Zoll abgesprochen, damit wir die Geschenke problemlos ausführen können. Deshalb kontrollieren wir den Inhalt der Schachteln genau, bevor wir sie in Geschenkpapier einpacken», erläutert Rosmarie Müller, die die Aktion koordiniert. «Ich helfe aus tiefster Überzeugung», sagt sie, «und auch aus meinem Glauben heraus. Wir bringen nicht nur Lebensmittel in den Osten, sondern auch Hoffnung. Wort und Tat gehören zusammen. Was nützt es, wenn wir Reden schwingen, während die Menschen verhungern?»

Unerträglicher Überfluss
Eine von vielen Spenderinnen und Spendern an diesem Tag ist Andrea Bölsterli. Sie hilft gerne und meint: «Wir haben ja mehr als genug!» Die Pakete werden an bedürftige Familien, Kinder und ältere Leute in Moldawien, Rumänien, Weissrussland und der Ukraine abgegeben. Dass die Hilfe wirklich ankommt, weiss Rosmarie Müller. Vor einigen Jahren reiste sie selbst in die Ukraine, um die dringend benötigten Hilfspakete zu verteilen. «Ich wurde dort mit extremer Armut konfrontiert und kam verändert nach Hause. Die Weihnachtszeit in der Schweiz mit all den überfüllten Gestellen in den Läden war für mich beinahe unerträglich.» In den Ländern fehle es oft an für uns selbstverständlichen Mitteln. So habe sie Kinder gesehen, die das Haus nicht verlassen konnten, weil sie keine Kleidung besassen, erzählt Müller.
Auf dem Vorplatz des Volg helfen Raphael und Rebekka tatkräftig mit. «Die beiden konnten ihren Einsatz kaum erwarten und haben die Tage bis zur Sammelaktion gezählt», verrät der Vater der engagierten Kinder. Raphael packt Bleistifte aus, damit diese nachher auf die einzelnen Pakete aufgeteilt werden können. Er erklärt: «Heute habe ich auch schon Seife in Alufolie eingepackt, damit nicht alle Lebensmittel danach schmecken.» Rebekka hilft, die Päckli zusammenzustellen. «Wichtig ist, dass man nichts von den aufgelisteten Dingen vergisst», so die kleine Helferin.

Win-win-Situation
Am liebsten packen die beiden aber beim Einkauf an. Man kann nämlich nicht nur Naturalien vorbeibringen, sondern auch eine Barspende in ein Kässeli legen. Sobald genügend Geld beisammen ist, werden damit Waren für die Weihnachtspakete gekauft. «Die Zusammenarbeit mit dem Volg Wila klappt hervorragend. Wir haben bereits im Vorfeld angekündigt, welche Produkte wir brauchen, so dass die Mitarbeiter diese vorbestellen konnten.» Auch Martin Bieri, Geschäftsführer der Landi Wila und Turbenthal, freut sich über eine winwin-Situation: «Das ist eine sinnvolle Sache, die wir gerne unterstützen. Ausserdem haben wir dadurch mehr Kundschaft und somit mehr Umsatz, was für uns auch positiv ist.» Die Aktion hilft so doppelt, indem sie nicht nur arme Leute in Osteuropa unterstützt, sondern auch das lokale Gewerbe.

Wer wissen möchte, wie die Spenden eingesetzt wurden, ist am 31. Januar 2016 um 15 Uhr eingeladen, dem Erlebnisbericht eines Mitarbeiters von «Licht im Osten» zu lauschen. Dieser findet in den Räumlichkeiten der Chrischona Wila statt. Anschliessend gibt es Kaffee und Kuchen.   Initiates file download Einladungsflyer

Text von Mirjam Menzi Quelle «Der Tößthaler»  Initiates file download PDF downloaden